Digitale Transformation von Arbeitswelten
Im Zentrum der Forschung steht die Zusammenarbeit zwischen Menschen und generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI). Während klassische KI-Systeme vor allem darauf ausgelegt sind, Daten zu analysieren, Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen, erzeugt generative KI selbst neue Inhalte: Texte, Programmcode, Bilder, Stimmen oder ganze Gesprächsverläufe. Damit verschiebt sich ihre Rolle grundlegend. GenAI unterstützt nicht mehr nur Entscheidungen im Hintergrund, sondern wirkt unmittelbar an Arbeitsergebnissen mit und tritt als Gesprächspartnerin, Assistentin oder Avatar direkt mit Menschen in Kontakt. Daraus ergeben sich neue Fragen, die über die reine Technikgestaltung hinausgehen und das Verhältnis zwischen Mensch, Technologie und Arbeit grundlegend betreffen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie sich Verantwortung zwischen Mensch und GenAI verteilt. Wenn ein Ergebnis gemeinsam entsteht, wird die Grenze zwischen menschlichem und maschinellem Beitrag unscharf. Wer gilt als verantwortlich, wenn ein solches Ergebnis gelingt oder misslingt? Wird Erfolg eher dem Menschen zugeschrieben und Misserfolg eher der KI, oder umgekehrt? Und wie verändert die Mitarbeit von GenAI das Gefühl von Zuständigkeit und Urheberschaft bei den Beschäftigten selbst?
Eng damit verbunden ist die Frage, wie GenAI das berufliche Selbstverständnis prägt. Generative Systeme übernehmen zunehmend Tätigkeiten, die lange als Kern wissensintensiver Berufe galten, etwa das Schreiben von Code in der Softwareentwicklung. Wir untersuchen, wie Beschäftigte ihre Rolle vor diesem Hintergrund neu definieren, ob sie GenAI als Bedrohung oder als Bereicherung ihrer beruflichen Identität erleben und welche Folgen dies für Motivation, Kompetenzentwicklung und die Gestaltung von Arbeit hat.
Methodisch setzen wir vor allem auf Experimente, darunter Onlineexperimente, Vignettenstudien und interaktive Studien mit eigens entwickelten GenAI-Anwendungen, ergänzt durch quantitative Befragungsstudien und Strukturgleichungsmodelle. Die Ergebnisse werden in führenden internationalen Zeitschriften der Wirtschaftsinformatik veröffentlicht und fließen zugleich in Lehre und Praxisaustausch ein.



